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Fenster ins Morgen

Mädchen im Allgemeinen und besonders Mädchen mit Migrationshintergrund und muslimische Mädchen haben spezielle Bedürfnisse. Noch dazu begegnen diese Mädchen als Musliminnen bzw. Migrantinnen besonderen Herausforderungen in unserer Gesellschaft und brauchen so eine besondere Unterstützung.

Migrantische Familien sind in ihrem größten Teil hinsichtlich aller Gesundheitsdeterminanten im Vergleich zur Mehrheitsgesellschaft benachteiligt. Sie leben in schlechteren Arbeits- und Wohnbedingungen, arbeiten unter dem Niveau in ihrer Heimat (oder auch hier) erworbenen Qualifikationen, haben nachweislich ein höheres Arbeitsunfallrisiko, weil sie zu den unteren Einkommensschichten zählen. Kinder und Jugendliche aus diesen Schichten sind öfters krank. Kinder von MigrantInnenfamilien leiden nachweislich öfters unter Atemwegserkrankungen und Durchfallerkrankungen. Ungesunde/ungenügende Ernährung, wenig Bewegungsmöglichkeiten, Wohnungen mit schlechter Qualität an befahrenen Straßen/ Industrienähe, sind einige Ursachenfaktoren.

Dazu kommen noch psychische Stressfaktoren, die multifaktorielle Ursachen haben: Kriegstraumas, Verlusterfahrungen, Entwurzelung, mangelnde Anerkennung, Assimilations- bzw. Anpassungsdruck.

Das traditionelle Familienbild verändert sich in der Migration. Die Eltern sind generell durchaus bereit, den Mädchen eine entsprechende Bildung zu kommen zu lassen und fördern die Mädchen in diese Richtung. Jedoch merken die Eltern und die Mädchen wie schwierig es ist, religiös und/oder traditionell bedingte Pflichten und Aufgaben mit den Anforderungen des Bildungs- und später Berufsleben in Einklang zu bringen. Die Auswirkungen dieses Spannungsfeldes werden vor allem im schlechten Gesundheitsbewusstsein und -zustand der Mädchen sichtbar. Viele klagen über Kopfschmerzen, Magenprobleme bis hin zu Depressionen.

Diskriminierungserfahrungen im öffentlichen Raum, in der Schule beeinflussen die seelische und psychische Gesundheit äußerst negativ und kommen durch körperliche Krankheitssymptome meist chronischer Art zum Ausdruck.

Muslimische Mädchen, auch jene ohne persönlichen Migrationshintergund, brauchen ein starkes Selbstbewusstsein, um sich in einer Gesellschaft, die mehrheitlich von Vorurteilen gegenüber dem Islam geprägt ist, durchzusetzen. Wenn sie- durch ihre Kopfbedeckung- als Musliminnen erkennbar sind, wird ihnen oft schon in der Schule suggeriert, dass sie es am Arbeitsmarkt nicht weit bringen könnten. Es wird ihnen mangelnder Wille zur Integration unterstellt, oder man meint sie werden ja sowieso „Hausfrauen“. Für diese Mädchen und jungen Frauen ist die Möglichkeit zur selbstständigen Identitätsbildung, auch in religiöser Hinsicht sehr notwendig. Wie es in einem afghanischen Gedicht heißt: Wenn jemand seine eigenen Wurzeln verlassen hat, wird er durch eine traurige Sehnsucht durchs Leben getrieben, die ihn zuletzt an seinen Ursprung zurückbringt. Daher ist es von großer Bedeutung, der jungen Generation die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Identität zu entwickeln.

Als Selbstorganisation kennen wir die Bedürfnisse muslimischer Mädchen gut. Muslimische Mädchen brauchen und wollen eine Organisationsform für sich. So haben wir beschlossen, ein offenes, bedürfnisgerechtes Mädchentreffen zu organisieren.

Wir wollen den Mädchen die Möglichkeit bieten, sich in einer vertrauten und vertraulichen Atmosphäre und unter Gleichaltrigen über verschiedene Themen auszutauschen.

Wir wertschätzen jedes Individuum, so wie es ist. Zugleich wollen wir die Selbstwertschätzung der Mädchen und jungen Frauen fördern, damit sie sich selbst und Allah(t) in seiner Einzigartigkeit und Großartigkeit erkennen.

Der jugendliche Mensch hat eine unverwechselbare Persönlichkeit, die sich in Entwicklung befindet. Wir haben Anteil an dieser Entwicklung und damit Verantwortung dafür.

 

Wir verstehen jeden jungen Menschen als ganzheitliches Wesen, das in einem bestimmten soziokulturellen Umfeld lebt, und richten unsere Umgehensweisen mit ihm danach aus.
Wir wollen junge Menschen ermutigen, ihre Potentiale zu entwickeln, ihre Ideen auszudrücken und sich für deren Verwirklichung einzusetzen.
Wir wollen die jungen Menschen anregen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Wir wollen ihre Selbstbestimmung - im Rahmen ihrer Mündigkeit - fördern.

 

 
 
Hier geht es zu einer interessanten Feldforschung zum Thema Mädchen, Migration und Gesundheit.
 
Ansprechpartnerin

 

Khatera Sadr

Tel: 0316/ 76 30 80 oder 0680/1 403 403

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Alle interessierten Mädchen oder Mütter sind herzlich eingeladen, sich mit Frau Sadr in Verbindung zu setzen.

Sie wird weitere Informationen geben und ist für alle Ihre Fragen und Anregungen da!

 

 

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