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Kopftuch im Blick

"Kopftuch im Blick - gespiegeltes Bild"

Im Rahmen dieses Projektes wurden zwei Veranstaltungen durchgeführt, am 3. Dezember 2010 ausschließlich unter muslimischen Frauen und am 23. Dezember für die allgemeine Öffentlichkeit. Teil des Programms waren eine Präsentation durch unsere Mädchen von traditionellen und modernen Kopftüchern, eine Ausstellung mit Kopftüchern aus verschiedenen Ländern, Ausprobieren von Bindetechniken und Referate mit Diskussionen. Weiters haben wir mit Frauen von SOMM einen Kalender produziert, in dem verschiedene Arten des Kopftuchs gezeigt werden. Diesen Kalender können Sie bei uns im Büro erhalten.

Aus der Einladung zum 23. 12. 2010: 

Es gibt viele Gründe Kopftuch zu tragen: Religion, Tradition, Mode,…Muslimische Frauen bedecken ihr Haar aus religiösen Gründen. Doch auch sie folgen Modetrends. Kein Tuch gleicht dem anderen – jede Frau hat ihren eigenen Stil. Zudem gibt es Kopftücher in vielen Kulturen. Welche Traditionen gibt es in Europa und im Christentum?  Eine Spiegelung des  Blickes auf das Tuch, das von Bildern im eigenen Kopf geprägt ist.

 Programm

15:00   Begrüßung

15:15  „Das Kopftuch in verschiedenen Kulturen und Religionen“ (Kerstin Lieb)

15:45  Show, dargestellt von jungen Musliminnen

16:15  Ausstellung, Kaffeepause

16:45   „Von Bildern im Kopf und Kopftuchbildern - Muslimische Frauen zwischen       Projektion und Realität" (Dr.in Jamila Abid)

17:30    Abschluss-Diskussion

Projektleiterin Fr. Hashemi ist mit der Entwicklung und Ablauf des Projekts sehr zufrieden. Unserer Einladung sind zahlreiche BesucherInnen nachgekommen, die teilweise sehr überrascht interessante und bis her unbekannte  Details darüber erfahren haben.

Das Programm begann mit einem Vortrag von Fr. Kerstin Lieb über die Geschichte des Kopftuchs In Europa. Erstaunlicher Weise hat man erfahren, dass das Kopftuch seit der Antike in Europa ein unverzichtbares Kleidungsstück war und die Frau stets über die Jahrhunderte begleitet hat. Ob als notwendige Arbeitsbekleidungsergänzung oder als Prestigeobjekt, um den Status der reichen Stadt-Frau zu betonen, vor fremden Blicken zu schützen oder als Symbol der Zugehörigkeit zu ihrem Ehemann nach der Heirat (Sprichwort: „Unter die Haube kommen“).
Anschließend folgte eine Show diverser Kopftücher und Kleider – von unseren jungen FiM - Mädchen vorgeführt. Einerseits wurden traditionelle vorislamische und islamische Bekleidung gezeigt und andererseits verschiedene Modetrends der Kopftuchwelt.

Während der anschließenden Pause bei Kaffee, Tee und Kuchen hatten die BesucherInnen die Möglichkeit, sich eine Ausstellung traditioneller Kopftücher aus verschiedenen Ländern anzusehen und auch selbst Kopftücher und verschiedene Bindetechniken auszuprobieren.

Nach der Pause hielt Fr. Drin Jamila Liselotte Abid den zweiten Vortrag, der zentral der Darstellung des Kopftuchs in den Medien galt. Anschließend gab es für das Publikum Frage- und Diskussionsmöglichkeit. Dabei erfuhr man z.B., dass die afghanische Burka eine traditionelle Bekleidung ist, die nur sehr regional in Afghanistan getragen wird und bereits aus vorislamischer Zeit stammt. Weiters über die Zeit in Afghanistan, als das Kopftuch verpönt und im öffentlichen Dienst verboten war.

Die Rückmeldungen der BesucherInnen waren sehr positiv.

Für Fr. Hashemi war es wichtig zu zeigen, dass für uns Musliminnen das Tragen des Kopftuchs eine religiöse Pflicht ist, die nur Allah gegenüber gilt und keinem Menschen. Im Gegensatz zu dem „Unter der Haube kommen“ in der Europäischen Gesellschaft. Für Fr. Hashemi ist das Tragen des Kopftuchs Liebe, Identität und Respekt. Ihr Ziel ist hauptsächlich eine Blickänderung in Bezug auf das Kopftuch und der Wunsch die bestehenden Klischees zu brechen. „Unter meinem Kopftuch bin ich und bleibe ich immer dieselbe. Der Stoff kann meine Gedanken nicht zudecken!“ So Fr. Hashemi.

Die Umsetzung dieser Projektidee wurde durch die Förderung von Land Steiermark Ressort Kultur und Stadt Graz Kulturreferat ermöglicht. Vielen Dank.

 

                                Graz_Kultur