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Newsletter 6/2010

Neues bei SOMM

 

Nach einem Jahr ehrenamtlicher Arbeit unserer Kolleginnen Khatera Sadr und Astrid Gschiel mit einer Gruppe von muslimischen Mädchen verschiedener Herkunft haben wir nun Subventionen für unser Projekt „Fenster ins Morgen – eine zukunftsorientierte Gesundheitsförderung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund“ bekommen. Das Projekt wird vom Fond Gesundes Österreich und vom Land Steiermark gefördert. Wir freuen uns riesig! Khatera Sadr und Nohaa Moustafa werden die beiden Mädchengruppen begleiten und unterstützen, weiters Workshops mit Mädchen durchführen und für Anfragen von Lehrerinnen zur Verfügung stehen. Emine Benli und Helga Suleiman helfen den Mädchen beim Gesunden Lernen. Muslimische und migrantische Mädchen zwischen 10 und 20 sind herzlich willkommen!


- Es freut uns, zwei neue Mitarbeiterinnen in unserem Team begrüßen zu können: Frau Nohaa Moustafa, Diplomandin der Translationswissenschaften (Arabisch, Italienisch, Deutsch) mit arabischen Migrationshintergrund ist für SOMM in der Mädchengesundheitsförderung aktiv und Frau Emine Benli, Hauptschullehrerin mit türkischen Migrationshintergrund engagiert sich für und mit den Mädchen beim Gesunden Lernen.

- Unsere innovative Kursmaßnahme im Rahmen des Projektes AlphaLaboratorium konnten wir Ende Dezember 2009 erfolgreich abschließen. Es ist uns gelungen gemeinsam mit unseren Kursteilnehmerinnen ein Curriculum aus deren Lebenswelten zu entwickeln. Während der gesamten Kursmaßnahme
wurde immer wieder auf von uns adaptierte Elemente des PDL zugegriffen, um die mündliche Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. So wurde parallel zum Schreiben die Sprechkompetenz gesteigert, das unterschiedliche Lerntempo einzelner Teilnehmerinnen konnte mit dieser Methode gut integriert werden. Auch Digitale Inklusion kam verstärkt zum Einsatz. Unsere Sprachtrainerinnen Helga Suleiman und Selma Hajdarevi?-Kurtali? haben in einer Zusammenarbeit mit  der Informatikerin Suha Marouf eigene PC – Lernübungen entwickelt, adaptiert auf die Bedürfnisse unserer Kursteilnehmerinnen und unter Verwendung des im Kurs erarbeiteten Wortschatzes.
Anschließend im Sinne der Nachhaltigkeit führte unsere Kollegin Selma Hajdarevic-Kurtalic noch 2 Monate ein arbeitsplatzspezifisches Vokabeltraining zu den Themen Reinigung, Schneiderei und Jobsuche  durch. Nun wird SOMM noch ein weiteres Modul an die Alphabetisierungsmaßnahme zur Entwicklung und Erprobung anfügen: In der ALPHA-WERKSTATT wird gelernt und gearbeitet, durch das gemeinsame handwerkliche Arbeiten werden Schreib, Lese- und Rechenkompetenzen gefördert bzw. gefestigt. Gleichzeitig lernen bzw. erweitern die Teilnehmerinnen auch handwerkliche Fertigkeiten, die sie nach Möglichkeit produktiv und erwerbstätig nutzen können .


-  Gemeinsam mit LAbg. Lechner-Sonnek (Grüne Klubobfrau und Gesundheitssprecherin der Grünen) hat SOMM einen Antrag für den Steirischen Landtag ausgearbeitet, der die KAGES zu Diversity Management in den steirischen Spitälern verpflichten soll. Der Antrag wurde am 23. März in  der Landtagssitzung angenommen. Bei Interesse können Sie den Antrag auf unserer Homepage nachlesen.

Was sagt SOMM zu Zwangsheirat

 

-   Nachdem SOMM-Mitarbeiterinnen bei verschiedenen Anlässen immer wieder auf das Thema    Zwangsheirat angesprochen werden, haben wir uns entschlossen, unsere Meinung dazu zu   veröffentlichen.
Zwangsheirat ist keine neue Form von Gewalt (sowie in letzter Zeit von verschiedenen Seiten verkündet), sondern eine tief verankerte Form von Gewalt, die in verschiedenen Gesellschaften vorkommt und von der vor allem Mädchen und junge Frauen betroffen sind (laut UN-Bericht 51 Millionen weltweit). Diese Form von Gewalt hat vielschichtige sozioökonomische Ursachen und wurde und wird zu verschiedenen Zeiten und Orten in unterschiedlichen Formen praktiziert. Es gibt sie in christlich geprägten Gesellschaften genauso wie in islamisch, jüdisch, hinduistisch, buddhistischen Gesellschaften. Hier Weiterlesen

 

Aus unserem Engagement für Menschenrechte

-   Eine Migrantin suchte unseren Rat, weil ihr Volksschulkind wegen andauernder Diskriminierung bereits    unter Magenschmerzen litt. Seine Lehrerin machte bei jeder Gelegenheit die Religion seiner Familie (Islam) schlecht, wollte mit dem 9 jährigen über Frauenunterdrückung im Islam diskutieren, stellte ihn vor seinen  SchulkameradInnen bloß.

Der erste Ratschlag, ein klärendes Gespräch mit der Schuldirektorin zu führen, ging ins Leere. Die Direktorin            bestätigte zum einen die Vorurteile der Lehrerin auch als ihren eigenen und leugnete  andererseits jedes Fehlverhalten der Lehrerin. Sie versuchte nicht zu vermitteln, sondern legte den Eltern nahe, die Schule zu verlassen! Gemeinsam mit der Mutter gingen wir nun zum Landesschulrat, der sehr viel Verständnis für das Problem zeigte. Der Schulpsychologe versuchte vergeblich auf die Direktorin und die Lehrerin einzuwirken.      Obwohl in der 4. Klasse Volksschule nicht üblich, empfahl dann auch der Landesschulrat zum Wohl des Kindes einen Schulwechsel, weil mit einem weiterführenden islamfeindlichen Verhalten der Lehrerin zu rechnen sei. Der Landesschulinspektor hat versprochen, den Fall noch   weiterzuverfolgen.

 

- Im November 2009 hat unsere Mitarbeiterin Türkan Saraç Laçin einen Beschwerdebrief an die Landesregierung geschrieben, weil migrantische Frauen immer wieder bei Visumsverlängerungen diskriminierend behandelt wurden. Z.B. wurde ihnen von vornherein und beharrlich eine Scheinehe unterstellt. In einem rasch folgenden Termin am 22 12. wurde der unangenehme Vorfall in einem persönlichen Gespräch besprochen. Seitens der Vorgesetzten gab es Interesse und den Wunsch, solche Missverständnisse zu beseitigen

 

Aus unserer Arbeit in den letzten Monaten

 

Workshops       

-      Es ist uns gelungen, Medienexpertin Frau Drin. Schiffer vom Institut für Medienverantwortung (Deutschland) (www.medienverantwortung.de) zu einem sehr interessanten Austausch über den Umgang mit Medien zu gewinnen, der gerade für uns SOMM-Mitarbeiterinnen am Brennpunkt Islam – Migration – Frauen äußerst wichtig ist.

 

-      Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt  organisierten unsere SOMM Mitarbeiterinen einen Workshop „Gewalt an Frauen“.  Frauen  verschiedener Herkunft äußerten ihre Meinungen dazu und berichteten über ihre negativen Erfahrungen vor allem mit rassistischer Gewalt gegen Frauen.  Dieser Workshop war auch eine Grundlage für die Radiosendung  16 Tage gegen Gewalt  unter dem  Titel Migrantinnen nehmen Gewalt wahr…! bei Radio Helsinki dar. Diese Sendung wurde von unserer Mitarbeiterin Frau Khatera Sadr vorbereitet und gestaltet. Am 10.12.2009 um 22.00 wurde sie bei Radio Helsinki ausgestrahlt.

 

-      Im Jänner 2010 organisierte SOMM einen Workshop mit Frauenärztin  Drin. Andrea Taucher – Kloneg. Unsere RAHMA Mitarbeiterinnen und ihre Begleitpersonen nahmen an diesem Workshop  teil. Sie tauschten ihre Erfahrungen aus, die sie in ihrer Arbeit als Begleiterinnen bei Projekt RAHMA in verschiedenen Situationen bei FrauenärztInnen erlebt haben. So hatten sie auch gleichzeitig die Möglichkeit verschiedene Fragen an die Frauenärztin Taucher-Kloneg zu stellen.

 

-       Im Jänner 2010 organisierte SOMM Mädchengruppe einen Ausflug zu den Interkulturellen Gärten         (www.arge.at). Gemeinsamer Tanz und gemeinsames Singen in der  mongolischen Jurte waren ein interessantes Erlebnis für unsere SOMM Mädchen, was auch mit  einer Videoaufnahme dokumentiert wurde.

 

-       Im Rahmen des 8. Märzes führte SOMM gemeinsam mit einer säkularen afghanischen Frauengruppe am 6. März im palaver connected eine Diskussion über die „Lage der Frau in Afghanistan: Ursachen und Perspektiven“ durch. Nach der angeregten Debatte gab es noch eine gemeinsame Feier bei Kaffee, Süßigkeiten und Tanz.

Fortbildungen

-     SOMM Mitarbeiterin Selma Hajdarevi?-Kurtali? war Referentin bei zwei Fortbildungen für das   Krankenhauspersonal im LKH Graz „Transkulturelle Pflege“ mit dem Schwerpunkt Musliminnen im Krankenhaus. In einer sehr angenehmen und kommunikativen Atmosphäre wurden verschiedene Aspekte aus dem alltäglichen Leben einer Muslimin in der Migration und in Zeiten einer Krankheit erörtert.

 

-       SOMM Mitarbeiterin Selma Hajdarevi?-Kurtali? wurde vom  Club der Soroptimistinnen in Leibnitz (www.soroptimist.at) zu einem  Impulsreferat und Diskussion  zum Thema Migrantin und Muslimin sein in Österreich eingeladen. In einem gemeinsamen Austausch wurden verschiedene Themen  wie Migration, Islam als Religion und Islam als Tradition angesprochen.

 

-       Im Rahmen eines  Workshops beim Verein Maiz in Linz  (www.maiz.at) präsentierten  unsere Kolleginnen  Helga Suleiman und Selma Hajdarevi?-Kurtali?  im Jänner 2010 ihre Erfahrungen als Sprachtrainerinnen in unserem Projekt ALPHA-Laboratorium. Der Schwerpunkt in diesem Workshop waren die von SOMM adaptierenden Elemente aus der PDL Methode und deren Umsetzung in den Unterricht.  In einem Kreis von interessierten Lehrerinnen und Kolleginnen tauschten wir unsere gemeinsamen Erfahrungen aus und  versuchten gemeinsam unsere neuen Schritte im Bereich Basisbildung zu setzen.

-      SOMM-Mitarbeiterinnen Khatera Sadr und Roswitha Al-Hussein hielten ein Referat über „Islam und Behinderung“ vor Studierenden des Diplomlehrganges in der Caritasschule für Behindertenbetreuung. Im Anschluss daran berichteten sie über die Erfahrungen von SOMM und RAHMA in der Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Migrationshintergrund.


Teilnahme an Veranstaltungen

-      SOMM-Mitarbeiterinnen nahmen u.a. teil an der Suchthilfetagung Migration und Suchtarbeit von ÖVDF,  am Workshop zur Antirassistischen Arbeit bei ETC Graz (www.etc-graz.at) Schau nicht weg! Handeln erlaubt! Antirassistische Menschenrechtsbildung mit Jugendlichen, an der Tagung Frauen - Gesundheit – Migration. Migration kann Ihre Gesundheit gefährden  vom OMEGA - Transkulturelles Zentrum für psychische und physische Gesundheit und Integration  (www.omega-graz.at) im Grazer Rathaus, am Symposium vom 8. März-Komitee „Frauen bewegen. Internationale Schritte zur Gleichberechtigung“ im Grazer Rathaus am 5. März.

-     SOMM Mitarbeiterinnen  besuchten zum gegenseitigem Kennenlernen und möglicher zukünftiger Vernetzung und Kooperation die SelbstOrganisation Pro Health in Graz (www.prohealth.or.at). , weiters Ikemba  – Selbstorganisation (www.ikemba.at), ISOP- Mitarbeiterinnen  Bibiane Sperger und Maximilian Gmeiner  haben uns zwecks einer Zusammenarbeit  im Jugendbereich besucht.

 

-      Sie nahmen am Vernetzungstreffen der Lebenshilfe zum Thema „Zugang und Umgang zu MigrantInnen mit besonderen Bedürfnissen teil, ebenso beim Vernetzungstreffen von der Caritas mit verschiedenen               Organisationen in der Marienambulanz, um auf Versorgungslücken und mögliche Kooperationen hinzuweisen.

 

-      SOMM-Mitarbeiterinnen am vom  Land Steiermark/ Ressort Grossmann beauftragten Arbeitskreis  Zwangsheirat teil, sowie regelmäßig am  Strukturarbeitskreis des FGZ, weiters beim  Arbeitskreis               Gesundheit und Soziales von der Integrationsplattform, am Netzwerktreffen der Interkulturellen Sozialarbeit,     bei den Treffen vom Grazer Frauenrat.

 

 

Presse

 

-      Der ORF hat anlässlich des islamischen Opferfestes eine kurze Reportage über das Opferfest und unsere Arbeit gedreht. Am 28.11.09 wurde der Film unter dem Namen  Die Stimme des Islam bei der Sendung Religionen der Welt ausgestrahlt.

 

-       Unsere Mitarbeiterinnen  Frau Astrid Gschiel, Frau Türkan Sarac-Lacin, Frau  Arezoo Hashemi  und Frau Khatera Sadr haben auf Anfrage von Frau Barbara Hoheneder vom Magazin  Frontal ein Interview  zum Thema Das Ende der Tabus gegeben. „Das Tuch kann nicht meine Gedanken zudecken.“, sagt SOMM Mitarbeiterin  Frau Arezoo Hashemi.

 

Abschied

-      Unser SOMM-Gründungsmitglied, RAHMA-Leiterin und wichtige Verantwortungsträgerin Türkan Sarac-Lacin befindet sich derzeit in Bildungskarenz. Wir wünschen ihr alles Gute für ihre Ausbildung zur Shiatsu-Praktikerin, vermissen aber bereits jetzt ihre Ideen, ihre Aufmerksamkeit  und die türkische Muttersprache im Büro!Unsere wertvolle Mitarbeiterin Mag. Astrid Gschiel ist aus beruflichen Gründen  nach Wien umgezogen.  Sie arbeitet derzeit als Stellvertretende Leiterin der Administration Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien www.irpa.ac.at/home.html. Wir wünschen ihr alles Gute für ihren weiteren Weg!

Andere Nachrichten

-      "Westliche Frauen sind überheblich" - Zwei türkischstämmige Frauen im dieStandard.at-Gespräch über Feminismus, Wahlfreiheit und Türkinnen in den Medien Türkischstämmige Frauen stehen oft im Zentrum hitziger Debatten - kaum eine TV-Nachrichtenbeitrag über Integrationspolitik, der ohne Bilder Kopftuch tragender Frauen auskommt. Befragt werden diese Frauen allerdings nie. dieStandard.at hat zwei türkischstämmige Lehrerinnen aus Wien, Gülhiri Aytac und Tülay Tuncel, anlässlich des Internationalen
Frauentages zu einem Streitgespräch  eingeladen. Sie können das Gespräch auch auf unserer Homepage nachlesen.