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Alpha Werkstatt

Es freut uns sehr, dass wir für Frauen wieder eine Alpha-Werkstatt - finanziert vom Inetgrationsreferat der Stadt Graz anbieten können. Unsere Alpha-Werkstatt mit dem Schwerpunkt Nähen ist vor allem für handwerklich begabte Frauen geeignet, deren Deutschkenntnisse nicht ausreichend für den Arbeitsmarkt sind, Frauen mit Basisbildungsdefiziten, psychisch belastete Frauen und Frauen, die beim (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben z.B. aufgrund von Vorurteilen Schwierigkeiten haben.

Die Kombination Werkstatt & Spracherwerb & Basisbildung eignet sich bestens zum eingebetteten, praxisbezogenen Lernen. Es ist eine Lernmethode, die vor allem für Frauen geeignet ist, die es gewohnt sind, mit ihren Händen zu arbeiten (haptischer Lerntyp). Die meisten Frauen unserer Zielgruppe leiden extrem unter der Tatsache, nicht genügend Deutsch zu verstehen und sprechen zu können. Mit der Nähwerkstatt verfolgen wir auch das Empowerment der Frauen, indem wir ihre Kompetenzen sichtbar machen.

Neben dem Erwerb der praktischen Fähigkeit Nähen werden allgemeine Jobkompetenzen geübt, Deutsch in Wort und Schrift praxisnah trainiert, mathematische Fähigkeiten geübt, Basiswissen über Rechte in der Arbeitswelt, Gleichbehandlungsgesetz vermittelt und Perspektivenplanung, berufliche Orientierung diskutiert.

Zweimal in der Woche haben die Frauen Gelegenheit, in der Werkstatt Nähen zu lernen und Deutsch praxisnah zu trainieren und einmal in der Woche ergänzend Deutscheinheiten zu besuchen.

Die Geschichte der Alpha-Werkstatt wurzelt in unserem Projekt Alpha Laboratorium, welches wir, finanziert vom BMUKK 2008 bis 2010, durchgeführt haben. Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir damals unser Projekt um ein weiteres Modul - die „Alpha-Werkstatt“ weiterentwickelt, um so vorhandene Fähigkeiten der Teilnehmerinnen sichtbar zu machen und diese positiv für das Lernen zu nutzen. Aufgrund motivierter Rückmeldungen unserer Teilnehmerinnen aus dem Arbeitsplatzspezifischen Vokabeltraining entstand die Idee, durch das gemeinsame handwerkliche Arbeiten Schreib-, Lese- und Sprechkompetenz zu festigen. Der Schwerpunkt lag auf der Mathematischen Alphabetisierung.
In diesem Modul wurde gelernt und gearbeitet: Tätigkeiten wie Nähen, Maß nehmen, Messen, Schneiden, Bügeln, Dekorieren, Ändern wurden verschränkt mit Deutsch Sprechen, Lesen, Schreiben und Rechnen. Beides wurde sinnvoll aufeinander abgestimmt, sodass sie sich gegenseitig bedingten, ergänzten und förderten. Gleichzeitig lernten bzw. erweiterten die Frauen auch handwerkliche Fertigkeiten, die sie nach Möglichkeit produktiv und erwerbstätig nutzen können.

2011 konnten wir dann in Kooperation mit ERfA erfolgreich Nähwerkstätten durchführen, in die bei SOMM bevorzugt Absolventinnen von unseren Alphabetisierungskursen und Frauen mit einem langsameren Lerntempo aufgenommen wurden. Die Frauen hatten dort die Möglichkeit neben dem Schneidern verschiedene arbeitsplatzspezifische Kompetenzen zu trainieren. Das fehlende Glied Spracherwerb und Anti-Diskriminierung konnten wir nur ehrenamtlich einbringen, und daher nicht in einem ausreichenden Ausmaß.