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Presseecke

BFI begrüsst Trainerinnen mit Kopftuch!

Offener Brief von SOMM!


Sehr geehrte Frau Pöcheim!
Sehr geehrter Herr Gritz!
Wir als SOMM-Selbstorganisation von und für Migrantinnen und Musliminnen, sind sehr erfreut über den Ausgang der Kontroverse um das Kopftuchverbot am Bfi Steiermark.
Damit haben Sie ein klares Zeichen für Chancengleichheit und Partizipation gesetzt. Wir von SOMM kennen die Schwierigkeiten von koptuchtragenden Musliminnen am Arbeitsplatz Fuß zu fassen. Es wird von Seiten integrationsunwilliger PolitikerInnen immer wieder behauptet, wir würden eine Parallelgesellschaft schaffen, weil wir zu wenig mit der Mehrheitsgesellschaft interagieren. Aber wie sollen wir interagieren, wenn uns das wichtigste Mittel dazu, der Arbeitsplatz, weggenommen wird? Gerade für Frauen sind eine gute Ausbildung und ein Arbeitsplatz der sicherste Weg in ein selbstbestimmtes Leben. In unseren Kursen und Workshops zählt ab der Basisbildung das zu den grundlegendsten Inhalten, die wir mit den Frauen erarbeiten.
Frauenunterdrückung ist ein strukturelles Problem, das es heute wohl in allen Gesellschaften gibt. Es ist kein Monopol der muslimisch geprägten. Wenn Unternehmen und Institutionen Frauen mit Kopftuch das Arbeiten verbieten wollen, dann tun sie dasselbe wie Männer, die ihnen Vorschriften machen.
Wir streben an, dass das Bild der muslimischen Frau ein selbstverständliches wird. Wie wir von Frau Suleiman wissen, wurde das von ihren KollegInnen am Bfi so gelebt. Weder bei ihnen, noch bei KundInnen war das Kopftuch jemals Anlass für Äußerungen. Helga war Trainerin und Kollegin und gleich wie mit allen anderen wurde mit ihr umgegangen. In den Bfis anderer Bundesländer ist das ebenso gelebte Praxis.
Die Realität ist also schon lange weiter als es scheint. Die Rufe aus der blau/schwarzen Ecke sind lautlos. Sie finden nur noch bei denen Anklang, die kaum mit MigrantInnen/MuslimInnen zu tun haben.
Nach dieser Entscheidung sind wir zuversichtlich, was die Zukunft betrifft. Die Gewerkschaften wissen, dass ArbeitnehmerInnen immer mehr multikulturell zusammengesetzt sind. Der Zusammenhalt unter ihnen ist wichtig für eine starke Interessensvertretung.
Das Frauenreferat der Arbeiterkammer steht auf der Seite der Frauen und erteilt Spaltungsversuchen eine Absage.
Wir werden uns weiterhin für die Interessen der Musliminnen und Migrantinnen einsetzen. Wir freuen uns dafür verlässliche PartnerInnen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Khatera Sadr
Roswitha Al-Hussein
für SOMM

 

 

 

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